Lymphsystem im Fokus

Erkennen, Verstehen und Vorbeugen: Ihre Gesundheitsinfos zu Lymphstörungen

Lymphödem – primär:
Beim primären Lymphödem handelt es sich um eine genetisch bedingte Erkrankung. Von Geburt an sind hier oft zu wenige Lymphbahnen oder Lymphknoten vorhanden, was dazu führt, dass die lymphpflichtige Last nicht ausreichend abtransportiert werden kann. Dies bewirkt einen Lymphstau, der sich in einem Lymphödem äußert.

Lymphödem – sekundär:
Ein sekundäres Lymphödem entsteht durch Schäden oder den operativen Verlust von Lymphbahnen und Lymphknoten, häufig nach Operationen, Verletzungen, Krebstherapien. Diese Form betrifft oft ein Bein oder einen Arm, kann aber auch in anderen Körperregionen wie dem Kopf oder Genitalbereich auftreten.

Lipödem:
Das Lipödem ist eine genetisch bedingte, symmetrische Fettverteilungsstörung, bei der weibliche Hormone eine zentrale Rolle spielen. Fast ausschließlich Frauen sind von dieser Erkrankung betroffen. Typisch sind ungleichmäßig verteilte, Fettdepots (dellenförmige Hautoberfläche, Orangenhaut), die oft mit Schmerzen und Sensibilitätsstörungen einhergehen.

Lip-Lymphödem:
Aus einem bestehenden Lipödem kann sich durch zusätzliches Übergewicht ein Lip-Lymphödem entwickeln. Die unregelmäßig verteilten Fettzellen, die häufig in Traubenformation auftreten, üben Druck auf die Lymphbahnen aus und behindern den Lymphabfluss, was zu einem Lymphödem führt.

Phlebödem:
Ein Phlebödem resultiert aus einer Venenschwäche, die eine massive Erhöhung der lymphpflichtigen Last in den Beinen verursacht. Bei einer gestörten venösen Zirkulation kann die Lymphflüssigkeit nicht adäquat abtransportiert werden, was ebenfalls zu einem Lymphödem führt.

Diese umfassenden Informationen zu den verschiedenen Krankheitsbildern bieten Ihnen wertvolle Einblicke in die Funktionsweise und Herausforderungen des Lymphsystems. Erfahren Sie mehr über Ursachen, Symptome und mögliche Therapieansätze, um frühzeitig präventiv und gezielt handeln zu können.

Gemeinsam statt allein – Austausch in unseren Selbsthilfegruppen

Du bist nicht allein mit deiner Diagnose. In unseren Lipödem- und Lymphödem-Selbsthilfegruppen findest du Verständnis, wertvolle Erfahrungen und echte Unterstützung von anderen Betroffenen.
Komm in unseren Erfahrungsaustausch und stärke dich durch den regelmäßigen Kontakt in einer unserer Gruppen.

Adipositas, ein Mythos?

Häufig wird Adipositas als ein Ergebnis eines Missverhältnisses zwischen Energieaufnahme und Energieverbrauches interpretiert. Adipositas als Folge eines unausgeglichenen Lebensstils.
Dabei geht es um den SetPoint, gesteuert vom Gehirn, egal welches Gewicht angestrebt wird.  Das Gehirn hat eigene Vorstellungen zur benötigten Energiereserve. Hormone, wie Leptin und andere Organe geben entsprechende Infos an das Gehirn zur Steuerung der Energieaufnahme. So versucht ein komplexes System den SetPoint zu erhalten. Beim SetPoint handelt es sich um eine Einbahnstraße, was die zahlreichen Misserfolge von verschiedensten Diäten erklärt. Adipositas ist die biologische Antwort auf unsere moderne Gesellschaft.

Adipositas ist eine anerkannte Erkrankung, bei der der Körper ein zu hohes SetPoint Gewicht ansteuert.

Zur Reduktion des Leidensdruckes und Steigerung der Lebensqualität sowie Vorbeugung von Folgeerkrankungen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten zur Gewichtsabnahme an.
Im Rahmen der bariatrischen Chirurgie bieten sich verschiedene Möglichkeiten an. Bei den beiden häufigsten OP-Formen ist die Schaffung eines Magen-Bypasses  von einer Magenverkleinerung Richtung Schlauchmagen zu differenzieren. Beim Schlauchmagen wird der Magen dahingehend verkleinert, dass 4/5 des Magens entfernt werden und der Rest des Magens in einen Schlauch umgewandelt wird. Die aufgenommene Nahrung wird durch die Speiseröhre in den Magenschlauch und anschließend in den Dünndarm transportiert.
Beim Magen-Bypass wird ein kleines Stück des Magens abgetrennt und mit dem Dünndarm verbunden. Der Speisebrei passiert eine kürzere Streck im Darm.
Bei einem BMI 40 sollte, beim BMI 35 könnte die bariatrische Chirurgie Anwendung finden.
Der Magen By-Pass erweist sich als metabolisch sinnvoll, umgeht den Zwölffingerdarm und verursacht keine Malabsorption von Makronährstoffen. Bei entsprechender Ernährung ist der Gewichtsverlust über ein Jahrzehnt haltbar.
Eine weitere Möglichkeit der Gewichtsreduktion bietet die Abnehmspritze. Wichtig ist es, unter den angebotenen Präparaten, wie Ozempic, speziell für Diabetiker, Wegovy und Co. das richtige Präparat für die individuelle Patientensituation zu finden, was ausschließlich unter ärztlicher Kontrolle erfolgen muss. Nicht zu unterschätzen sind mögliche Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Schwindel, Wassereinlagerungen im Gewebe. Die Einzeldosis ist regelmäßig anzupassen. Nach Absetzen der Abnehmspritze kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Zur dauerhaften Auswirkung der Abnehmspritze auf den Organismus fehlen bisher Langzeitstudien, ganz zu schweigen vom Kostenfaktor. Eine Reduktion der Dosierung und auch Ausschleichen aus der Maßnahme kann sich bewähren.

Alle genannten Maßnahmen zur Gewichtsreduktion erfordern viel Disziplin bezüglich Ernährung und Lebensstil unter Berücksichtigung des individuell vom Gehirn gesteuerten SetPoints.

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